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elton 18b40bb6ce Der Notifier weckt nur noch, wenn wirklich etwas anliegt
Andreas: "koennen wir da nicht noch einbauen das der nur feuert wenn
tatsaechlich was anliegt? das wuerde ich nicht dem client ueberlassen
sondern schon im notifier loesen. der mail notifier muss doch auch sowas
machen." Richtig -- und der Vergleich trifft den Kern: goimapnotify hat
das Problem nicht, weil IMAP IDLE ein echtes Ereignis liefert. Bei
Mattermost fehlt der Push fuer Kanaele, und mein Boden hat das mit
blindem Feuern ausgeglichen.

Jetzt sieht der Boden selbst nach: je Kanal ein posts?since=<marke>, das
bei Stille leer zurueckkommt. Eigene Beitraege und system-Ereignisse
zaehlen nicht, sonst loeste die eigene Antwort den naechsten Durchgang
aus. Ein Dutzend Kanaele bei 60 s Takt sind zwoelf Anfragen pro Minute --
gegen einen Modelllauf ist das nichts.

Der Weg dahin war laenger als noetig, weil drei Mattermost-Felder auf
dieser Instanz luegen: last_post_at blieb nach einem neuen Beitrag
unveraendert, msg_count zaehlte weiter obwohl der Kanal als gesehen galt,
und last_viewed_at war neuer als die ungelesenen Beitraege. posts?since=
ist das einzige, das nachweislich stimmt.

Gemessen: zwei Durchgaenge Stille ohne einen einzigen Aufruf des
Befehls, dann ein fremder Beitrag -> gefeuert. Genau das Verhalten von
goimapnotify.
2026-09-01 22:59:06 +02:00

156 lines
6.7 KiB
Markdown

# mmnotify
Hört am Mattermost-Websocket und **weckt einen Agenten**, wenn er gemeint ist.
Gegenstück zu [`goimapnotify`](https://gitlab.com/shackra/goimapnotify) für
Mail: ein kleiner Prozess, der lauscht und bei einem Ereignis einen Befehl
ausführt. Der Agent liest und antwortet danach mit seinen eigenen Werkzeugen —
`mmnotify` schreibt nie in einen Kanal, es klopft nur an.
```
mmnotify -conf /etc/mmnotify.json
```
## Konfiguration
```json
{
"url": "https://team.42i.org",
"token": "<persönliches Zugriffstoken des Agenten>",
"on_mention": "/root/run-agent.sh team",
"on_direct": "",
"debounce_seconds": 5,
"floor_seconds": 60,
"ignore_users": []
}
```
Die Datei enthält ein Token und gehört mit `0600` dem Dienstbenutzer.
| Feld | Bedeutung |
|---|---|
| `on_mention` | Befehl bei Erwähnung (`@name`) im Kanal |
| `on_direct` | Befehl bei Direktnachricht; leer = `on_mention` |
| `debounce_seconds` | Mindestabstand zwischen zwei Läufen (Standard 5) |
| `floor_seconds` | Nachsehen auch ohne Ereignis (Standard 15, `0` schaltet ab) |
| `ignore_users` | Absender, die nie wecken |
| `away_after_seconds` | Wann der grüne Punkt auf abwesend zurückfällt (Standard 120) |
Der Befehl bekommt die Ereignisdaten über die Umgebung: `MM_TRIGGER`
(`event` oder `floor`), `MM_CHANNEL`, `MM_CHANNEL_NAME`, `MM_CHANNEL_TYPE`,
`MM_SENDER`, `MM_POST_ID`, `MM_ROOT_ID`, `MM_MESSAGE`.
## Zwei Wege, und der Boden ist der tragende
Der Websocket ist der Beschleuniger; darunter läuft ein Boden, der ohnehin
nachsieht. Die Aufteilung stammt aus hive (`hive_runtime/channels/team.py`) und
ist dort begründet: *„A stream that dies quietly must make us LATE, never
blind."*
**Hier ist der Boden nicht nur Vorsicht.** Gemessen am 2026-09-01 gegen
Mattermost 11.7.10:
| | |
|---|---|
| **Direktnachricht** | `posted` kommt **sofort** an |
| eigener Kanalbeitrag | `posted` kommt an |
| Kanalbeitrag eines anderen Kontos | kommt **nie** an |
**Das Gespräch mit einem Agenten läuft damit in Echtzeit.** Eine DM weckt ihn
ohne Verzögerung; nur Erwähnungen in Kanälen gehen über den Boden. Dieselbe
Trennung ist [für andere Mattermost-Integrationen
dokumentiert](https://github.com/openclaw/openclaw/issues/11797): *„DMs work
fine"* — Kanal-Ereignisse fehlen, DMs kommen durch.
Die Verbindung ist also voll funktionsfähig und hat die Kanal-Abos — es fehlen
ausschließlich die Ereignisse fremder Konten. Ausgeschlossen wurden:
`authentication_challenge`, Token im Authorization-Header beim Handshake, ein
echter Bot-Account statt eines Nutzers mit Token, und das Sitzungs-Cookie
`MMAUTHTOKEN` wie im Browser. Alle vier verhalten sich gleich.
Das Verhalten ist [im Mattermost-Forum
beschrieben](https://forum.mattermost.com/t/websocket-does-not-provide-posted-events-from-other-accounts/14876)
und tritt dort auch mit einem System-Admin-Token auf; eine Lösung steht nicht
dabei.
Deshalb ist `floor_seconds` der Weg und nicht der Notnagel, und der Standard
ist kurz: **15 Sekunden**. Ein Durchgang kostet einen API-Aufruf — billig genug,
um es oft zu tun. Wer den Stream repariert bekommt, kann ihn hochsetzen.
Daraus folgt die zweite Entscheidung: **mmnotify liest den Beitrag nicht aus
dem Ereignis.** Es klopft an; was zu tun ist, entscheidet der Agent, wenn er
nachsieht. Zwei Leser wären zwei Antworten.
## Anwesenheit
Solange mmnotify verbunden ist, zeigt der Punkt neben dem Namen, woran man ist:
- **abwesend**, sobald die Verbindung steht — da, aber untätig
- **grün**, während der Befehl wegen einer Erwähnung läuft
- **abwesend** wieder, wenn es `away_after_seconds` still war
- **offline** beim Beenden, statt einen grünen Punkt zurückzulassen, hinter dem
niemand mehr sitzt
Das routinemäßige Nachsehen des Bodens macht ausdrücklich **nicht** grün. Läuft
der Boden häufiger als die Away-Frist, leuchtete der Agent sonst rund um die
Uhr — und ein Punkt, der immer grün ist, sagt genauso wenig wie gar keiner.
(Beim Testen genau so passiert: Boden alle 20 s, Frist 25 s, nie abwesend.)
Ein Status ist eine Höflichkeit gegenüber dem, der in die Seitenleiste schaut.
Weigert sich der Server, wird das protokolliert und weitergearbeitet: Ein Agent,
der aufhört zu antworten, weil er einen Punkt nicht einfärben konnte, wäre
absurd.
## Der Türsteher vor dem teuren Teil
`mmnotify` weckt **nur, wenn wirklich etwas anliegt** — auch beim Boden. Das ist
keine Bequemlichkeit für den Aufrufer, sondern der Sinn eines Notifiers: Hinter
`on_mention` hängt in der Regel ein Sprachmodell, und ein Boden, der blind
feuert, lässt es rund um die Uhr laufen. Bei vier Agenten und 15 Sekunden Takt
waren das 16 Modellläufe pro Minute, ohne dass jemand geschrieben hatte.
`goimapnotify` hat dieses Problem nicht, weil IMAP IDLE ein echtes Ereignis
liefert. Bei Mattermost fehlt der Push für Kanäle, also muss der Notifier
selbst nachsehen — und zwar so:
- Je Kanal ein `posts?since=<marke>`. Bei Stille kommt eine leere Liste zurück.
Ein Dutzend Kanäle bei 60 s Takt sind zwölf Anfragen pro Minute; gegen einen
Modelllauf ist das nichts.
- Eigene Beiträge und `system_*`-Ereignisse zählen nicht — sonst löste die
eigene Antwort den nächsten Durchgang aus.
- Beim Start wird der Ausgangsstand gesetzt, mit zwei Minuten Rückgriff: Was
unmittelbar vor dem Start eintraf, geht nicht verloren, aber es wird auch
nicht für die halbe Kanalgeschichte geweckt.
**Nicht** über `last_post_at`, `msg_count` oder `last_viewed_at`: Auf alle drei
war auf der getesteten Instanz kein Verlass — `last_post_at` blieb nach einem
neuen Beitrag unverändert, `msg_count` zählte weiter, obwohl der Kanal als
gesehen galt, und `last_viewed_at` war neuer als die ungelesenen Beiträge.
`posts?since=` ist das einzige Feld, das nachweislich stimmt.
Gelesen wird der Beitrag dabei nicht. Der Türsteher fragt „gibt es etwas?",
nicht „was steht drin" — das bleibt beim Agenten, sonst gäbe es zwei Leser und
zwei Antworten.
## Robustheit
- Wiederaufbau mit wachsendem Abstand (1 s bis 60 s). Ein Server, der neu
startet, wird nicht von einem Client bestürmt, der im Sekundentakt anklopft.
- Herzschlag alle 30 s, Lesefrist 90 s. Eine halboffene Verbindung liest sich
sonst für immer wie Stille.
- Höchstens ein Lauf gleichzeitig; wer währenddessen schreibt, wird vom
laufenden Durchgang mitgenommen. Ohne das lösen fünf Beiträge in einer Minute
fünf Agentenläufe aus, die sich gegenseitig überholen.
- Eigene Beiträge und `system_*`-Ereignisse wecken nie — sonst antwortet ein
Agent auf sich selbst.
- `SIGTERM` beendet sofort und sauber.
## Bauen
```bash
go build -o mmnotify .
```
Ein statisches Binary ohne Laufzeitabhängigkeiten — gedacht zum Einbacken in
das Agenten-Image, neben `goimapnotify`.